Drogenspürhund in der JVA Ossendorf

Seit Ende April 2010 geht die Drogensuche in der JVA Ossendorf tierisch ab. Drogenspürhund Gina hat ihren Dienst aufgenommen. In einem eigens für sie umgebauten Büroraum kann sich die ca. 2 ½ jährige Hündin von der Schnüffelei erholen.

croquis à la plume et lavis: le promeneur de chiens
Creative Commons License photo credit: guymoll

„Gina“ hat inzwischen ein dermaßen trainiertes Näschen für Rauschgifte aller Art, dass sie sogar die Duftmoleküle von chemischen Drogen (Amphetamine und Extasy) auf drei bis vier Meter Entfernung wittern kann; Stoffe, die das menschliche Riechorgan praktisch nicht wahrnimmt.

Die Hündin soll in erster Linie abschrecken. Drogenschmuggel ist nicht nur in der JVA Ossendorf ein großes Problem. Eine Vielzahl der Insassen ist drogenabhängig und auf Substitution durch Ersatzdrogen angewiesen. Dies versuchen die Insassen durch Schmuggel zu erleichtern.

Der Schmuggel erfolgt in vielfältigen Variationen. Am einfachsten und vermeintlich ohne größeres Risiko ist das Beilegen in Paketen. Einige Besucher führen die Drogen bei Besuchen am Körper mit sich. Auch sind schon Bedienstete der JVA aufgeflogen, die für die Insassen – auch gegen Bezahlung – Drogen mit einbrachten. Da bereits der Besitz von Drogen strafbar ist, sind auch die Schmuggler strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt.

Bislang sind noch keine erheblichen Drogenfunde von „Gina“ zu verzeichnen. Lediglich einige Stellen mit Anhaftungen, also Stellen, die darauf hinweisen, dass dort Drogen gelagert wurden, konnte sie entdecken. Die Abschreckung scheint zu funktionieren.

Rechtsanwalt Christoph Klein, Fachanwalt für Strafrecht

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